Germanische Völker im Mittelalter

5.1. Der Einfluss germanischer Völker im Mittelalter

Auf die tragende Rolle nordischer Adelsgeschlechter zur Zeit des Mittelalters möchten wir nun abschließend eingehen. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches waren es Germanen, die große Teile Europas eroberten und sich überall als neue Herrscherschicht etablierten - das gilt auch für die südlichen Länder (Italien, Spanien usw.).
Das spätere Weltreich der spanischen Krone wurde z.B. von Königshäusern errichtet, die ihre Herkunft direkt von den Westgoten ableiteten. Gleiches gilt für große Teile des damaligen Oberschicht Spaniens. Weiterhin lässt sich die germanische Ausbreitung auch an der Ost-Kolonisation unter Otto dem Großen nachvollziehen. Ebenso verstärkten die Wikinger (die "Rus"), die das Kiewer Reich gründeten, den nordischen Bevölkerungsanteil auf russischem Boden, während sie gleichzeitig auch als ordnende Kraft wirkten.
Kurz gesagt zeigt sich hier das allgegenwärtige Bild vom germanischen Adel, der sich bis weit nach Süd- und Osteuropa ausbreitet und unter seiner Anleitung neue Reiche und Zivilisationen entstehen lässt. Es sei hier allerdings auch erwähnt, dass der nordische Typus im alten Slawentum ebenfalls stark vorherrschernd gewesen ist und auch heute noch in vielen Teilen Osteuropas dominiert. Je weiter man nach Osten in Richtung Innerasien vordringt, desto größer ist jedoch der ostische und ostbaltische (beides Kurzkopfrassen) Einschlag. 
Doch zurück zu den Germanen. Auch in Nordafrika hinterließen die Germanen ihre genetischen Spuren (z.B. die Wandalen). Noch heute finden wir in einigen Gebieten Nordafrikas Blonde, die Reste der germanischen Einwanderung darstellen. Vor allem in den führenden Herrschergeschlechtern des maurischen Reiches lassen sich demnach im Mittelalter häufig Menschen germanischer Abstammung antreffen.
Überall dort, wo die Germanen hinzogen, blühten neue Kulturen auf. Die große italienische Renaissance ist von nordischen Menschen geschaffen worden, Nachfahren von Germanen, die in Italien eingewandert waren. Überreste der Westgoten waren es, die das spanische Weltreich gründeten. Nordische Tatkraft und Kühnheit verschafften kleinen Staaten, wie den Niederlanden und Schweden, Macht und Ansehen. Nachkommen der nordischen Kelten, Franken, Goten und Normannen schufen die Macht und Größe Frankreichs in den vergangenen Jahrhunderten.
Die späte Erschließung von Nordamerika, Südafrika und Australiens wurde von den Angelsachsen, den Nachkommen der Sachsen und Normannen, mit der Begründung ihres neuzeitlichen Weltimperiums abgeschlossen.
Doch wenden wir nun den Blick von Europa, wo die nordische Herkunft der zivilisationstragenden Völker für jedermann klar ist, ab und schauen in den mittelalterlichen Orient und nach Asien. Reste des alten, arischen Indertums herrschten damals nach wie vor als oberste Kaste über den Subkontinent und breiteten sich sogar bis nach Java (Khmer-Kultur) aus. Dazu schreibt Prof. Günther (S. 80): "Zur Zeit des abendländischen frühen Mittelalters herrschten auf Java einzelne Adelsgeschlechter nordindischer Herkunft. Eine reichhaltige javanisch-indische Gesittung entfaltete sich, prächtige Tempelbauten entstanden, deren Trümmer heute aus dem Urwald freigelegt werden."
Zu den Herrschern des Khmer-Reiches, also den Adeligen aus Nordindien, schreibt der Anthropologe weiter: "Die javanischen Bühnenmasken zeigen, sobald sie die höheren Stände darstellen sollen, einen feineren Schlag mit schmäleren Gesichtern, schmalen Nasen und dünnen Lippen."
Selbst heute sind in den obersten Kasten Indiens noch Menschen mit stark europidem Einschlag zu finden. Viele davon liefern uns die Brahmanen (vgl. Neue Anthropologie, Jahrgang 18, Heft 3-4): "Die Brahmanen als Auslesegruppe, in der sich europides Gen-Gut bis heute erhalten hat, mögen sich deshalb noch vorstellen dürfen. Seine Kastenzugehörigkeit, sein Gen-Gut trägt man nicht als Ahnenpass in der Brief- oder Handtasche, sondern im Antlitz."
Doch nicht nur bei den Mauren und Indern stellten Menschen urgermanischer Herkunft die führenden Schichten. Auch bei den Fürstentümern der arabischen Halbinsel und des Nahen Ostens finden wir ähnliches (vgl. Neue Anthropologie, Jahrgang 18, Heft 3-4). Demnach wirkte auch noch zur Zeit des Mittelalters der Rasseneinfluss der nordischen Seevölker in diesen Gebieten nach. Zu den Nachfahren der nordeuropäischen Seevölker gehörten u.a. die Sakar, aus denen die Führungsgeschlechter der Karthager hervorgingen, oder auch die schon aus der Bibel bekannten Stämme der Edomiter und Philister. Bei letzteren denke man nur an die Geschichte vom groß gewachsenen Goliath. Den ersten Beitrag zur Verbeitung nordischen Erbgutes bis in den Nahen Osten hinein leisteten dagegen wohl die "weissen Lybier".
"Wichtig ist weiterhin auch der Einfluss der Saken und Tocharer in Mittelasien (Turkestan) auf die Turkvölker, Hunnen und Mongolen. Bezogen auf die mittelalterlichen Türken bedeutet das: Auch die führenden Geschlechter der Osmanen scheinen durch nordische Einschläge gekennzeichnet gewesen zu sein. Die Osmanen hatten sich schon im 11. Jahrhundert unter ihrem Anführer Seldschuk mit Turkmenenstämmen verbündet und vermischt. Unter diesen Stämmen hatten sich aber die Reste des Sakentums und des arischen Nordpersertums aufgelöst. Daher vielleicht die Blondheit des schon erwähnten hervorragenden Sultans Orkhan Gafi." (vgl. Günther).
Gleiches gilt auch für das späte Persertum im Mittelalter. Auch hier finden wir in der Oberschicht noch eine Menge Hinweise auf die urgermanische Abstammung. Blaue Augen, blonde oder braune Haare sind zu diesem Zeitpunkt hier noch nicht selten gewesen.
Trotzdem waren diese nordisch geprägten Geschlechter im Orient mit fortlaufender Zeit immer rarer gesät. Das Erlöschen der Tatkraft und des Weitblicks nach großen geschichtlichen Anläufen, das z.B. für die mongolischen und türkischen Kriegerhirten in gewissen Zeiten kennzeichnend gewesen ist, lässt sich am besten durch das Aussterben nordisch stämmiger Führungsgeschlechter oder deren Zerkreuzung mit der innerasiatischen Bevölkerung erklären.

 

(Sultan Orhan Gazi)
 
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